Wie-Ideen-entstehen.de: Die Website für Kreativität, Ideenfindung und Innovation



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Einige Begriffe, die im Zusammenhang mit den Themengebieten Kreativität, Ideenfindung und Innovation häufiger auftauchen, sollen in diesem Glossar kurz definiert werden.

Analogie
[griech.] Ähnlichkeit oder Übereinstimmung gewisser Merkmale. Erfahrungen sind nur möglich, wenn Ähnliches sich wiederholt und Dinge vergleichbar sind. Der Schluss von der Übereinstimmung einiger Merkmale zweier Dinge auf die Übereinstimmung anderer oder aller (Analogieschluss) ist nicht zwingend, wird aber im täglichen Leben und in der Wissenschaft häufig gezogen.

Bionik
Dieser Begriff ist eine Kombination aus den Worten "Biologie" und "Technik". Naturwissenschaftler, Ingenieure und Designer versuchen Methoden, die sich in der Natur bewährt haben, für die Lösung technischer Aufgabenstellungen zu nutzen.

Bisoziation
Vom Schriftsteller Arthur Koestler geprägter Begriff, der das Zusammenbringen zweier bisher unverbundener Bezugssysteme beschreibt. Beispiel: Gutenberg kombinierte die Merkmale der Weinpresse und des Münzprägestempels und erfand so den Buchdruck.

Brainstorming
Von Alex Osborn entwickelte Technik, bei der in der Gruppe Einfälle zu einer Aufgabenstellung gesucht werden. DER Klassiker unter den Kreativitätstechniken. Wichtigste Regeln: Keine Kritik an Ideen während der Session, Quantität geht vor Qualität. Brainstorming wird oftmals als Synonym für Aktivitäten zur Ideensuche verwendet, ohne dass Teilnehmer sich der Regeln bewusst sind bzw. sich daran halten. Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe von Abwandlungen der Technik wie imaginäres Brainstorming, Brainwriting oder die Methode 635.

Cainophobie
Die Angst vor Neuem und vor Neuerungen.

Change Management
Zielorientierte Gestaltung von Veränderungsprozessen in Organisationen
-> Literatur zu "Change Management"

Creatology
Dieser Begriff wurde von István Magyari-Beck geprägt, um der Idee einer interdisziplinären Wissenschaft der Kreativität einen Namen zu geben. Viele Kreativitätsforscher sind der Meinung, diese Domäne sei nicht allein auf psychologische Phänomene reduzierbar. Ebenso müsse man Aspekte aus Feldern wie der Geschichte, Kunst, Ökonomie, Soziologie und Pädagogik berücksichtigen. Da sich bisher kein Begriff - geschweige denn eine Wissenschaft - etablieren konnte, sind verschiedene Bezeichnungen im Umlauf. Am MIT in Boston wurde zum Beispiel mit ähnlichen Absichten der Begriff "Ideonomy" geprägt.

Divergentes Denken
Divergentes Denken gilt es dort anzuwenden, wo ein bestimmtes Problem mehr als eine einzige Lösungsmöglichkeit zulässt. Beim divergenten Denken sucht man in verschiedene Richtungen nach verschiedenen Lösungsansätzen.

Flow
[engl. fließen, schweben] Der amerikanische Psychologe Mihaly Csikszentmihalyi bezeichnet mit diesem Begriff das völlige Aufgehen in einer Tätigkeit. Im Zustand des Flows spielen Zeit, Ort und Umstände, die nichts mit der momentanen Tätigkeit zu tun haben, keine Rolle mehr. Wer sich im Flow befindet, lebt ausschließlich im augenblicklichen Tun. Die Aktionen bereiten keine Mühe. Sehr verschiedene Tätigkeiten können einen Flow auslösen: Sport, Musik, Arbeit, Lektüre oder Sex. Um einen Flow-Zustand zu erreichen, müssen mehrere der folgenden Bedingungen erfüllt sein: Die Person ist der Aktivität gewachsen. Sie hat das Gefühl von Kontrolle über die Aktivität. Sie ist fähig sich auf ihr Tun zu konzentrieren. Die Aktivität hat klare Ziele und gibt unmittelbare Rückmeldungen. Die Sorgen um sich selbst verschwinden. Das Gefühl für Zeitabläufe ist verändert. Die Tätigkeit hat ihre Zielsetzung in sich selbst.

Heureka
[griech.] "Ich hab´s [gefunden]." Freudiger Ausruf bei der Lösung eines schweren Problems. Angeblicher Freudenschrei des griechischen Mathematikers Archimedes bei der Entdeckung des Archimedischen Prinzips.

Idee
(plötzlicher) Gedanke, Einfall, Eingebung, Geistesblitz

Inkubationszeit
In der Medizin wird damit die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch einer Krankheit bezeichnet. Im Bezug auf den kreativen Prozess bezeichnet man damit eine Phase, in der Ideen unterbewusst heranreifen.

Innovation
Entwicklung und Realisation neuer Produkte, Methoden oder Prozesse.

Invention
Veralteter Begriff für Einfall oder Erfindung.

Inspiration
[lat. inspiratio >Einhauchung<], bezeichnet Ereignisse oder Begegnungen, die neue Ideen auslösen.

Intuition
Eingebung, die aus den Ergebnissen unterbewusster Prozesse resultiert. Unterhalb der Bewusstseinsebene wird unser gesamter Erfahrungsschatz in Form von Kenntnissen, Einschätzungen und Reaktionsmustern gescannt, ob es brauchbare Hinweise für Entscheidungen und Verhaltensweisen für unsere derzeitige Situation liefern kann. Eine Vielzahl von Daten wird zu einem positiven oder negativen Gefühl komprimiert. Nicht zu verwechseln ist die Intuition mit dem Instinkt, der in Extremsituationen ein automatisch ablaufendes Verhaltensprogramm startet.

Konvergentes Denken
Zur Lösung von Problemen, die lediglich eine einzige richtige Lösung zulassen, trägt das konvergente Denken bei. Solche eindeutig lösbaren Probleme sind zum Beispiel Rechenaufgaben: 2 + 2 = 4. Aber auch derartige Probleme können natürlich äußerst anspruchsvoll sein, und auch zu ihrer Lösung werden oftmals kreative Fähigkeiten benötigt.

Kreative Klasse
Begriff, der vom britischen Soziologen Charles Landry und dem amerikanischen Wirtschaftsprofessor Richard Florida geprägt wurde. Florida entwickelte die Theorie, dass Kreativität ein entscheidender Standortfaktor für die wirtschaftliche Entwicklung von Städten und Regionen ist. Die treibende Kraft für Innovationen komme aus einer äußerst heterogenen Gruppe meist besser gebildeter Berufstätiger aus den Bereichen Wissenschaft, Kunst, IT, Medien, Bildung und Management – der „creative class“. Um diese in eine Region zu locken und dort zu binden, benötige ein Standort attraktive Lebensbedingungen. Florida fasst die wichtigsten Faktoren dafür als „die drei T“ zusammen: Technologie, Talent, Toleranz. [mehr dazu]

Kreativität
Der Brockhaus versteht darunter ein "schöpferisches Vermögen, das sich im menschlichen Handeln oder Denken realisiert und einerseits durch Neuartigkeit und Originalität gekennzeichnet ist, andererseits aber auch einen sinnvollen und erkennbaren Bezug zur Lösung technischer, menschlicher oder sozialpolitischer Probleme aufweist".

Die Wissenschaftlerin Margaret Boden versucht den Begriff stärker einzugrenzen: "Eine Idee, die bloß neu ist, kann mit derselben Gruppe generativer Regeln beschrieben und / oder produziert werden wie andere, bekannte Ideen. Eine Idee, bei der das unmöglich ist, ist wirklich ursprünglich oder kreativ."

Künstliche Intelligenz [KI]
Die Kunst Maschinen und Programme zu schaffen, die Aufgaben lösen, zu deren Lösung Intelligenz notwendig ist, wenn sie von Menschen ausgeführt werden.

Laterales Denken
Der von Edward de Bono geprägte Begriff bezeichnet "das Bemühen, Probleme mit Hilfe unorthodoxer oder scheinbar unlogischer Methoden zu lösen". Entscheidend ist hierbei das Wörtchen "scheinbar". Man verwendet Methoden, die nur auf den ersten Blick nicht auf Logik basieren. Diese führen jedoch zu "mentalen Provokationen", die überraschende neue Lösungsansätze hervorrufen können.

Meme
Meme sind Informationseinheiten der kulturellen Evolution, vergleichbar mit der Rolle der Gene in der biologischen Evolution. Es kann sich bei einem Mem zum Beispiel um eine Verhaltensweise, Melodie, Form, Struktur oder Idee handeln. Kreative Menschen können Meme verändern. Wird diese Veränderung von genügend Menschen als vorteilhaft bewertet, wird das neue Mem Teil der Kultur. Memetik basiert auf einer Idee von Richard Dawkins.

Metapher
Bildhafte Beschreibung. Beispiel: Wie ein Löwe in der Schlacht.

Mindmapping
Besondere Methode sich Notizen zu machen bzw. Ideen zu sammeln. Wurde von Tony Buzan entwickelt. Dabei wird zuerst das Thema mittig auf ein leeres Blatt Papier geschrieben. Davon ausgehend werden sternförmig und sich verästelnd stichwortartig alle Gedanken und thematischen Details gesammelt. Dies kann unter anderem auch in Form von Zeichnungen oder Symbolen geschehen. Diese nichtlineare Sammlung von Themenelementen ist eine gehirngerechtere und lernfreundlichere Aufbereitung von Inhalten als die traditionelle "von links nach rechts, von oben nach unten"-Methode.

Motivation
Bereitschaft sich für etwas einzusetzen. Man unterscheidet dabei zwischen intrinsischer Motivation (eigenen Antrieb z. B. Neugier) und extrinsischer Motivation (Anreize von außen z. B. Entlohnung) .

Paradoxon
Einen Widerspruch in sich enthaltender Sachverhalt. Beispiel: "Dieser Satz ist falsch."

Plagiat
Unrechtmäßiges Nachahmen eines von anderen geschaffenen Werkes;
Diebstahl geistigen Eigentums

Serendipity
Zu finden, wonach man nicht sucht

Team
Eine Gruppe, die gebildet wird für eine konkrete Zielsetzung, die sich nur gemeinsam erreichen lässt. Ein Team existiert nur solange bis die Aufgabenstellung erfüllt bzw. das Projekt beendet ist. Für erfolgreiches Teamwork ist die richtige Zusammensetzung der Gruppe entscheidend. Die einzelnen Team-Mitglieder haben dabei unterschiedliche Funktionen und Aufgabenstellungen. Die persönlichen Ziele der Einzelnen müssen dem gemeinsamen Ziel der Gruppe untergeordnet werden.

TRIZ
Die Bezeichnung steht für das russische Akronym "Theorie des erfinderischen Problemlösens". Die TRIZ-Methodik zur schnellen und gezielten Lösungssuche für technisch-wissenschaftliche Problemstellungen entwickelte der Russe Genrich Soulovich Altschuller - zum Teil in politischer Haft in Sibirien - in den 1940er und 50er Jahren.

Vision
Vorstellung einer zukünftigen Entwicklung. Sie kann einen groben Rahmen für Zielsetzungen vorgeben.

Vorbilder
Personen, die aufgrund ihres Verhaltens oder ihrer Eigenschaften als Leitfigur dienen (können).



Dieses Glossar soll kontinuierlich zu einem kleinen "Lexikon der Kreativität" ausgebaut werden. Falls Sie die Definition eines wichtigen Begriffs vermissen, informieren Sie uns bitte.



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